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Historische Tintensorten

Drei historische Tintenarten lassen sich unterscheiden:

1. Eisengallustinten,

2. Blauholztinten,

3. Farbige Tinten (Farbstofftinten).

 

Alle drei Tinten gab es sowohl als Schreibtinten und Kopiertinten.

Aber was bedeutete „Kopieren“ zur Kaiserzeit…

 

Quelle für die folgende Erklärung ist Wikipedia:

Kopierpresse; der Geschichtliche Hintergrund

Das Allgemeine Deutsche Handelsgesetzbuch verpflichtete seit 1862 alle Kaufleute, eine „Kopie oder Abschrift“ der von ihnen versandten Handelsbriefe aufzubewahren. Um die Originale nicht abschreiben zu müssen, wurden mechanische Kopiermaschinen eingesetzt. Die Kopierpresse wurde noch bis weit ins 20. Jahrhundert in vielen Büros verwendet.

Funktionsweise der Kopierpresse

Das zu kopierende, mit Spezialtinte beschriebene Schriftstück wurde auf ein Blatt Wachspapier gelegt und mit ungeleimtem Seidenpapier bedeckt, das entweder vorher befeuchtet oder wiederum mit einem Stück feuchten Baumwollstoff bedeckt wurde. Schließlich legte man noch ein weiteres Blatt Wachspapier darauf und setzte das Ganze zwischen den beiden Metallplatten einer fest angezogenen Spindelpresse (in der auch zahlreiche Lagen Kopiergut gleichzeitig gepresst werden konnten) einem hohen Druck aus. Die Tinte wurde durch die Feuchtigkeit angelöst und drang durch das Seidenpapier hindurch, so dass die Schrift auf der Rückseite seitenrichtig sichtbar wurde.

Mit guter Kopiertinte können etwa drei Abzüge gemacht werden. Mit stark konzentrierter Tinte und mit Seidenpapier, das mit speziellen Lösungen getränkt wird, können bis zu 20 Abzüge angefertigt werden. Das Seidenpapier kann nach dem Kopiervorgang auf dickeres Papier geklebt werden, damit die Kopie besser lesbar und haltbarer wird.

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Kopierpresse

 

Tinten 2001, 3001, 4001, 5001, 6001

Füllhaltertinte 4001

Speziell für Füllhalter wurden Tinten ausgelegt, die nicht korrodieren und gut in der feinen Mechanik der Füllhalter funktionieren. Der Markenname Pelikan Tinte 4001 wird im Jahre 1901 erstmals erwähnt. Später wurde daraus, wahrscheinlich aus Vermarktungsgründen, die moderne Tintensorte „4001“.

Blau-Schwarz wurde als besonders leichte Eisengallustinte ausgeführt, die im nassen Zustand bläulich ist, aber nachdunkelt. Für die Haltbarkeit wurde eine „unbegrenzte Dauer“ sowie Lichtunempfindlichkeit angegeben (Katalog 1938).

Die farbigen Tinten eignen sich wie üblich nicht für besondere Haltbarkeit oder Kopien, sind aber unkomplizierte Schreibtinten.

Kopiertinte ist eine kopierfähige Variante der Blau-Schwarz.

 

Blau-Schwarz

Rot

Violett

Blau

Grün

Tiefschwarz

Kopiertinte

 

Farbige Tinte

Fließfreudige und brillante Farbstofftinten. Schwach kopierfähig.

 

Als kopierbare farbige Tinte war die etwas teurere Rote Kopiertinte vorgesehen.

 

Rot

Blau

Grün

Violett

Gelb

Braun

Rote Kopiertinte

 

Violette Salontinte

Technisch gesehen wohl der Farbigen Tinte ähnlich.

 

Eisengallustinte 2001

Eisengallustinte, die schwarz schreibt und trocknet.

 

Starke Kopiertinte 3001

Unter der Sorte 3001 wurde eine violett schreibende Blauholztinte verkauft, die schwarz nachdunkelt. „Gibt auf der Kopiermaschine 3 bis 5 Kopien“ (Katalog 1938). Mit Kopieren ist nicht das heutige Xerox-Verfahren gemeint, sondern das xxx-Verfahren, das besondere Anforderungen an das zu vervielfältigende Original stellte.

 

Buch- und Schreibtinte 4001 (historische Version)

Unter der Sorte 4001 wurde ursprünglich eine „echte Eisengallustinte“ (Katalog 1938) verkauft, die bläulich fließt und schwarz trocknet. Sie sollte unkompliziert im Gebrauch und dokumentenecht sein – also unempfindlich gegen Licht und Alter. Sie ist nicht verwandt mit der modernen 4001.

 

Buch- und Kopiertinte 5001

Unter der Sorte 5001 wurde kopierfähige (2 bis 3 Kopien möglich) Eisengallustinte verkauft, die schwarz nachdunkelt.

 

Es war auch die Sorte 5001 K lieferbar, die als starke Eisengallustinte nicht für Bücher geeignet, aber dafür umso besser kopierbar ist.

 

Kopiertinte 6001

Unter der Sorte 6001 wurde eine violette Kopiertinte verkauft, die „5 bis 6 deutliche Kopien“ (Katalog 1938) ergibt. Auch stärker kopierend als 6001 K erhältlich gewesen. War nicht für Bücher bestimmt.

 

Deutsche Reichstinte

Eisengallustinte, die bläulich schreibt und schwarz trocknet.

 

Kaisertinte

Blauholztinte, die violett-schwarz schreibt und beim Trocknen stark nachdunkelt.

 

Rappen-Tinte

Blauholztinte, die violett-schwarz schreibt und beim Trocknen stark nachdunkelt. Möglicherweise als passende Tinte zum Rappen-Füllhalter vermarktet.

 

Schecktinte

Tiefschwarze Tinte für Wertpapiere, bei denen es auf besondere chemische und physische Beständigkeit ankommt, wie beispielswiese Schecks oder Aktien.

 

Bürotinten 626, 628 und 629

Eisengallstinten für den massenhaften Büro- und Schuleinsatz, die schwarz (629) oder schwarz-blau (626, 628) fließen und schwarz trocknen.

 

626 – bläuliche Schultinte

628 – bläuliche Bürotinte

629 – schwarze Schultinte

 

Bürotinten 630 und 633

Blauholztinten für den massenhaften Büro- und Schuleinsatz, die violett-schwarz fließen und beim Trocknen schwarz nachdunkeln.

 

630 – schwarzen Kontor- und Bürotinte

633 – schwarze Schultinte

 

Tinten für besondere Zwecke

Schon vor dem 2. Weltkrieg bot Pelikan ein umfangreiches Sortiment an etlichen Spezialtinten an, die teilweise bis in die Nachkriegszeit überlebten. Dazu zählten eine große Zahl technischer Tinten, deren Verwendungszweck später von anderen Schreibmethoden abgelöst wurde oder die für die Verwendung in Apparaten vorgesehen waren. Pelikan bot an, gegen Einsendung eines Musters die dafür bestgeeignete Tintenvariante zu ermitteln (z.B. Katalog 1964, S. 17).

 

Rote Markana-Tinte – zum Schreiben auf fetthaltigem Papier, auf Blech und anderen Untergründen, auf denen normale Tinte zum Perlen neigt. Später wurde der Name Markana für Filzstifte weiter verwendet.

Hotel-Tinte – dunkelblaue Farbstofftinte, die sich aus Textilien auswaschen lässt. Später wahrscheinlich von der 4001 Königsblau abgelöst.

Allwettertinte – schwarze, wetterfeste Tinte für den rauen Einsatz im Freien.

Wasserfeste Liniertinte – zum Zeichnen von Schreiblinien in Geschäftsbüchern und Schulheften, die nicht verläuft und unverwischbar ist. In fünf Farben (Schwarz, Blau, Rot, Grün und Violett) lieferbar gewesen. Später offenkundig durch linierte Hefte aus der Mode gekommen.

Schnittfarbe – für Buchbindereien zum Färben von Buchschnitten hergestellt. In vier Farben (Rot, Blau, Hellgrün, Dunkelgrün) lieferbar gewesen.

Farbige Schultuschtinte – für den Kunstunterricht gedachte Tinte, in sechs Grundfarben (Zinnober, Blau, Gelb, Schwarz Karmin, Gebranntes Sienna) lieferbar gewesen. Die „Tusche“ im Namen bezieht sich nicht auf echte Tusche, sondern auf den umgangssprachlichen Begriff „Tuschen“ für das Malen mit Flüssigfarben jeglicher Art.

Weitere siehe Spezialtinten

 

Datierung

Der Schraubverschluss ersetzte  in den Jahren 1932/33 den Griffkork